Reisen mit Hund

 

Urlaub mit Hund

Wer kennt es nicht, wenn es heisst wo fahren wir hin in den Urlaub? Da geht bei uns Hundebesitzern als erstes die grosse Frage durch den Kopf: kommt unser bester Freund mit? Wohin wenn nicht?

Es gibt unglaublich viele Möglichkeiten und den Meisten von uns, ist es am aller liebsten, wenn unser Vierbeiner mit dabei ist.

Fliegen mit Hund

Was aber nun, wenn das Reiseziel nur mit dem Flugzeug erreichbar ist? Die Vorstellung unseren Liebling irgendwo unten im Frachtraum zu wissen, schreckt die Meisten davon ab, den Hund mit auf eine Flugreise zu nehmen.

Doch nicht nur alleine die Angst und Ungewissheit der Besitzer schreckt davon ab, manche Rassen sind einfach nicht in der Lage solche Stress Situationen alleine zu verarbeiten.

DARF MEIN HUND ÜBERHAUPT FLIEGEN?

Einige Rassen, zum Beispiel Kampfhunde und stumpfnasige bzw. kurzköpfige Tiere, werden von bestimmten Airlines gar nicht mitgenommen oder nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. Kurzköpfige Hunde bekommen in Stresssituationen schnell Atemnot.

Die Lufthansa schreibt dazu in ihren Tierbeförderungsbestimmungen: „Hunde, die zu den stumpfnasigen Rassen gehören, sind besonders temperatur-stressempfindlich. Daher empfehlen wir Ihnen, auf die Mitnahme Ihres Hundes zu verzichten, wenn die Temperatur am Abflugs-, Transfer- oder Zielflughafen 27° C überschreitet. Andernfalls könnte Ihr Hund ernsthafte gesundheitliche Schäden erleiden oder sogar während der Reise versterben.“

Zu den gefährdeten Rassen gehören unter anderen Boston Terrier, Boxer, Bulldogge, Mops,
Pekinese und Shi Tzu. Manche Hunde sind aber auch aufgrund ihres Charakters oder mangelnder Erziehung eher weniger zum Fliegen geeignet. Am besten, Sie besprechen vorher mit einem Tierarzt, ob Ihr Hund fürs Fliegen geeignet ist und was Sie ggf. beachten müssen.

Tony zählt zu diesen sehr empfindlichen Rassen, die englischen Bulldoggen sind ja bekannt dafür Probleme mit den Atemwegen zu haben und deren Schwierigkeit Temperaturschwankungen auszugleichen, macht es nicht besser.

Unser Tierarzt hat uns von Anfang an davon abgeraten, Tony im Frachtraum fliegen zu lassen. Auch die Möglichkeit, den Hund mit Tabletten ”ruhig” zustellen, ist extrem gefährlich. Jeder Hund reagiert völlig unterschiedlich auf solche Mittel und es kann sogar ins Gegenteil umschlagen oder zu einem Kreislaufzusammenbruch führen.

Gerade Bulldoggen reagieren extrem sensibel auf jegliche Art von Beruhigungsmitteln, Sie brauchen meist nur einen bruchteil von dem, was Ihrem Gewicht nach zu empfehlen wäre.

Immer unterwegs …

Es war für uns die letzten 11 jahre also immer wieder eine Herausforderung zu Reisen. Zum Glück liebt Tony Autofahren und kann ohne weiteres 8 Stunden schlafen….

Da wir  beruflich schon immer viel unterwegs waren und ein Teil unserer Familie in Schweden lebt, ist Tony viel gereist, er war bis heute in 11 Ländern und ich muss sagen, er ist ein wirklich unglaublich perfekter  Reisebegleiter.

In unserem täglichen Leben verzweifle ich manchmal an seiner Sturköpfigkeit und seiner sehr ausgeprägten Unlusst auf Spaziergänge ohne bestimmte Hintergründe ( das tägliche Geschäft und Bewegung zählen für Tony nicht zu diesen!), aber wenn wir reisen, schaltet er auf Autopilot und fügt sich dem Fluss.

Der Ausweg: ESA

Letztes Jahr stand allerdings eine etwas grössere Reise an, wir wollten für einige Zeit in die USA, Los Angeles. Vom Klima her, eingentlich der perfekte Ort für Tony, nie zu heiss und es kühlt abends ab, Strand und Meer vor der Tür und nie nass kaltes Wetter. So  ist es ein Hundeparadies. Kein Wunder also, dass hier gefühlt jeder einen Hund besitzt und dieser auch ständiger Begleiter ist.

Die Grösste Frage aber, wie kommt Tony dorthin???

Wir hatten schon viele Szenarien durchgespielt, von Cargo mit Pferden bis Kreuzfahrt bis New York… Letztendlich haben wir in den USA den link zu Service Animals gefunden und waren fasziniert über diese Regelung.

Ein Service Animal darf in den USA in der Kabine fliegen, um seinen Besitzer mental beim Flug beizustehen.

Mentale Unterstützung

Hier begann also die Prozedur Tony zum Emotional Service Animal zu registrieren.

Achtung: Dies setzt voraus, das der Halter des Hundes extreme Flugangst hat und ohne seinen Hund mental nicht stabil genug ist zu fliegen!

Wir haben hier mit einer der Amerikanischen Organisationen gearbeitet und erhielten nach viel Papierkrieg auch Tonys ID und eine Weste.

Er ist also offiziell seit 2015 mein ESA ( Emotianal support Animal).

Nun konnte ich noch immer nicht glauben, das er einfach neben mir im Flugzeug sitzen durfte, doch nach langen Recherchen buchten wir einen Flug nach Los Angeles mit Zwischenstopp in New York. Air Berlin ist hier als Airline nur zu empfehlen, Tony bekam sogar seinen eigenen Sitz, damit er während des Fluges genug Platz hatte.

Gesundheitsattest vom Tierarzt

Auch der Routine mässige Besuch beim Tierarzt für das Gesundheitsattest, wobei besonders auf die Tollwutimpfung wertgelegt wird, bestätigte mir, das es für Tony keinesfalls Stress bedeutet. Der Tierarzt berichtete, das Studien zeigen, das Hunde viel stressfreier fliegen als Autofahren, da Sie beim Autofahren den Boden sehen können und dies für manche Hunde sogar Panikattacken auslösen kann oder eine Art Reiseüblkeit . Vorausgesetzt sie sind nicht von Ihrem Besitzer getrennt! ! Beim Fliegen können Hunde nicht deuten, wo wir uns befinden und der Druckausgleich geschieht wie bei Kindern automatisch und kann durch das bereithalten von Leckerlies unterstützt werden.

Der Flug

Tony stieg also ins Flugzeug als hätte er nie etwas anderes getan und schlief in Decken gehüllt bis kurz vor der Landung durch. Von Stress wahrlich nichts zu erkennen. Er bespasste am Ende noch die kleinen Kinder an Bord und machte es uns wirklich einfach den Flug zu geniessen.

Animal Relief Area

In New York half man uns sofort durch die Pass Kontrolle und verwies uns zur Animal Relief Area… ein kleines eingezäuntes Grün direkt vor dem Terminal indem die Hunde sich die Beine ”vertreten ” können und Ihr Geschäft erledigen können.

Tony war also guter Dinge und machte sich in der  Lounge auch frisch für den weiter Flug;).

In Amerika ist es völlig normal einen Hund mit an Bord zu nehmen und wir haben hier keinen extra Platz für Ihn erhalten, jedoch fanden es die Flugbegleiter auch keineswegs störend, wenn er teilweise mitten im Gang ausgestreckt schlief.

Um es kurz zu machen verlief auch dieser Flug reibungslos und Tony rollte sich am nächsten Tag sehr zufrieden im Sand von Venice Beach.

Zeitumstellung bei Hunden

Die Zeitumstellung sorgte für ein paar Schlafunterbrechungen, da Tony um 4 Uhr morgens gerne Spazieren gehen wollte, aber auch das spielte sich ein.

Mittlerweile ist Tony schon mehrfach die Strecke Deutschland Los Angeles geflogen und ist wohl der relaxteste in der Familie.

Den Winter in warmen Klima

Für uns ein wirklich gutes Gefühl und für unsern Tony ein Segen, da es in seinem Alter einfach soviel besser für die Gelenke ist den Winter im Kalifornischen Klima zu verbringen. Er lebt dort regelmässig wieder richtig auf und spielt wie ein junger Hund.

Auch dieser Blog soll Euch Hundebesitzern zeigen, das man viele Senioren ”Zipperlein” auch gut beeinflussen kann. Natürlich muss und kann nicht jeder im Süden überwintern, aber man sollte einfach daran denken, den Hund möglichst nicht ohne aufwärmen los rennen zu lassen. Bei älteren Hunden ist ein Deckchen oft zu empfehlen, da sie einfach viel schneller frieren und dann auch länger brauchen um die Muskeln und Gelenke aufzuwärmen.

Und natürlich sollte besonders in der nasskalten Jahreszeit  etwas zur Unterstüztung der Gelenke gefüttert werden.

 

Wir wünschen Euch erstmal ein hoffentlich nicht zu ungemütliches Wochenende.

 

In unsrem nächsten Blog stellen wir Chianti und Ihre Rasse vor: Golden Retriever.

Lg Anja & Tony